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Programm
des Deutschen Familienverbandes,
Landesverband Thüringen e.V.
Gliederung:
1. Grundsätzliche Forderungen des Deutschen Familienverbandes (Bundesverband)
2. Familien
sind für uns
3. Ziel und Zweck sowie Aufgaben des Deutschen Familienverbandes,
Landesverband
Thüringen e.V. (in der Folge "DFV-Thüringen")
4. Kurzporträt des DFV-Thüringen
1. Der Bundesverband fordert:
- einen Familienleistungsausgleich, der in allen Einkommensschichten die wirtschaftliche
Benachteiligung von unterhaltspflichtigen Menschen überwinden hilft.
- deshalb einen steuerlichen Kinderfreibetrag, der sich am durchschnittlichen gesetzlichen
Unterhalt eines Kindes und nicht am Sozialhilfeniveau orientiert.
- zusätzlich zu diesem Freibetrag - nicht anstatt - ein Kindergeld, das mit wachsendem
Einkommen abnimmt, aber in jedem Fall die (je nach Einkommenshöhe unterschiedliche)
finanzielle Wirkung des Kinderfreibetrages auf mindestens 50 % der durchschnittlichen
Kinderkosten ergänzt.
- eine pauschalierte Rückerstattung der Mehrwertsteuer, soweit sie auf den Mindestunterhalt
eines Kindes entfällt, denn die Ausgaben für den Mindestunterhalt eines Kindes dürfen
nicht besteuert werden, so das Bundesverfassungsgericht.
- in allen Alterssicherungssystemen eine Gleichbewertung von
Erziehungsleistung und
Beitragsleistung aus Erwerbstätigkeit, weil beide in gleichem Maße Voraussetzung für
einen funktionierenden Generationenvertrag sind.
- das seit 1986 nicht angepasste Erziehungsgeld auf mindestens 500,00 € zu erhöhen, auf
das dritte Jahr auszudehnen und zu einem einstufigen Bewilligungsverfahren für die
gesamte Bezugszeit zurückzukehren.
Dazu sind die Einkommensgrenzen für den Bezug des vollen Erziehungsgeldes ab dem 7.
Monat des Kindes um mindestens 30 % anzuheben, damit wieder die Mehrheit der jungen
Eltern bezugsberechtigt ist. Nur so gewährleistet das Erziehungsgeld eine echte
Anerkennung für Erziehungsleistung und eine wirtschaftliche Unterstützung bei
Erwerbsverzicht zugunsten von Erziehungsarbeit
(Hinweis: Nach der Einführung des
Elterngeldes muss dieser Absatz überarbeitet werden!)
- eine Wohnungsbaupolitik, die sich auf allen politischen Ebenen in erster Linie an den
Interessen von Eltern und Kindern orientiert,
u.a. unter Einbeziehung der vom DFV
erarbeiteten Kriterien zum familiengerechten Wohnen.
- eine Selbstverpflichtung aller staatlichen Ebenen, neu geschaffene Gesetze und
Maßnahmen auf ihre Familienverträglichkeit hin zu überprüfen, um
strukturelle
Rücksichtslosigkeit gegenüber Familien abzubauen.
- die Einführung des Familienwahlrechts, um das Grundrecht aller Mitglieder der
Gesellschaft
auf Teilhabe an der Gestaltung des Gemeinwesens zu sichern.
2. Familien sind für uns:
alle Lebensformen von Eltern oder anderen Erwachsenen mit Kindern, die geprägt sind durch
verantwortliches Handeln miteinander, Solidarität untereinander und wirtschaftliche Sorge
füreinander. Dazu zählen wir die Ehe, eheähnliche Lebensgemeinschaften, Alleinerziehende, Stief-, Pflege- und Adoptivfamilien.
Die Familie ist der originäre Ort zur Vermittlung von Werten und Normen, Kultur und
Verhaltensweisen und somit unverzichtbarer Bestandteil der zwischenmenschlichen Beziehungen in der Gesellschaft.
Familien bedürfen der Förderung und des Schutzes sowie der Unterstützung durch ergänzende Einrichtungen und Angebote.
3. Ziel und Zweck sowie Aufgaben des DFV-Thüringen
Das vorrangige Ziel und der Zweck des DFV-Thüringen ist die Erhaltung und Stärkung der Familie als wichtigste Lebensgemeinschaft unserer Gesellschaft.
Dazu will der DFV-Thüringen die Familien im Freistaat Thüringen in ihrer sozialen und materiellen Existenzfähigkeit schützen und sichern helfen und insbesondere die Bildungs- und Erziehungsleistung der Familien fördern.
Daraus ergeben sich folgende Aufgabenstellungen:
- die Formulierung wichtiger Anliegen der Familien zu familienpolitischen Forderungen und
ihr Vorbringen gegenüber politischen Entscheidungsträgern im Freistaat Thüringen und in
den Kommunen,
- die Förderung der öffentlichen Diskussion familienpolitisch relevanter Sachverhalte und die
Aufwertung der Familie in der Gesellschaft,
- die Unterstützung der Eltern bei der Durchsetzung ihres Wahlrechts zwischen häuslicher
Betreuung ihrer Kinder oder Inanspruchnahme eines Platzes in einer
Kinderbetreuungs-
einrichtung ihrer Wahl ohne territoriale und/oder ökonomische Zwänge (Gleiches gilt bei der
Wahl der Schule / des Hortes),
- die Durchsetzung der Forderung nach Überprüfung aller politischen Entscheidungen und
Maßnahmen auf Landes- und kommunaler Ebene auf ihre Familienverträglichkeit vor ihrer
Inkraftsetzung,
- die regelmäßige Information der Thüringer Familien über familienpolitische Entwicklungen
sowie die Ziele, Vorhaben, Aktionen und Veranstaltungen des Landesverbandes,
- die Organisierung und Durchführung örtlicher Informations- und Diskussionsveranstaltungen
zu familienpolitischen Themen
(Familienstammtische, Fachtage usw.),
- die Anregung und Durchführung von Maßnahmen der Familienbildung und Familienerholung
unter Nutzung aller Möglichkeiten öffentlicher und privater Förderung,
- die regelmäßige Durchführung örtlicher und überörtlicher familienunter-stützender Ferien-
und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.
4.
Kurzporträt:
Der Deutsche Familienverband, Landesverband Thüringen e.V. ist ein landesweiter
Zusam- menschluss von Familien, deren Interessen er auf kommunaler und auf Landesebene vertritt. Er ist parteipolitisch und konfessionell nicht gebunden.
Der 1990 gegründete DFV-Thüringen ist Mitglied im Deutschen Familienverband
(Bundes- verband), im Paritätischen Wohlfahrtsverband, Landesverband Thüringen (DPWV) und im Arbeitskreis Thüringer Familienorganisationen (AKF).
Seinen Sitz hat der DFV-Thüringen in Erfurt. Der Landesvorstand besteht aus dem/der Vorsitzenden, vier stellvertretenden Vorsitzenden, dem/der
Schatzmeister/in und dem/der Schriftführer/in.
Die Mitgliedsfamilien im DFV-Thüringen haben sich teilweise in Ortsverbänden zusammen geschlossen.
Alle Familien in Thüringen und alle am Wohl der Familie Interessierten mit Wohnsitz im Freistaat Thüringen sind als Mitglied willkommen.
Erfurt, 14. November 2005